Einladung zum Vortrag „Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze 1949 – 1989“

Zum Vortrag „Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze 1949 – 1989″ von Dr. Jochen Staadt (Forschungsverbund SED-Statt an der FU Berlin) laden wir Sie recht herzlich am 25. Oktober 2017 um 17.00 Uhr in das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth (Kino 1) ein. Eintritt frei!

 

Im Rahmen eines fast fünfjährigen Forschungsprojektes untersuchte der Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin die Schicksale von Todesopfern des DDR-Grenzregimes. Das Ergebnis liegt nun als biografisches Handbuch vor und enthält Angaben zum Leben und zu den Todesumständen von 327 Männern, Frauen und Kindern aus Ost und West, denen das DDR-Grenzregime zwischen Lübecker Bucht und der damaligen CSSR zum Verhängnis wurde.

Diese Publikation soll zur Erinnerung an die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze beitragen. Viele der überwiegend jungen Flüchtlinge aus der DDR entschieden sich bewusst für den gefahrenvollen Weg in die Freiheit und gegen die SED-Diktatur, die Ihnen eine selbstbestimmte Zukunft verwehrte.

Das Forschungsteam hat dabei im Zuge seiner Recherchen ingesamt 1.492 Verdachtsfälle überprüft, zu denen es in unterschiedlichen Archiven und durch Zeitzeugenangaben Hinweise auf Todesumstände im Kontext des DDR-Grenzregimes gab.

Das jüngste ermittelte Todesopfer war ein im Juli 1977 im Kofferraum eines Fluchtfahrzeugs erstickter sechs Monate alter Säugling. Das älteste nachweisbare Opfer war ein 81jähriger Bauer aus dem niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg, der im Juni 1967 irrtümlich in ein Minenfeld geriet.

Projektleiter Dr. Jochen Staadt wird in seinem Vortrag den Verlauf und die wichtigsten Ergebnisse der Forschungsarbeit erläutern und auch über mehrere tödliche Zwischenfälle berichten, die sich in der näheren Umgebung von Mödlareuth ereignet haben.